Alles andere als optimal sind die Trainingsbedingungen der Kirschauer Bogenschützen. Auf einer kleinen Rasenfläche neben dem Fußballplatz gehen sie ihrem Sport nach. Der Bereich ist schmal und viel zu kurz. Bei Wettkämpfen beträgt die Entfernung der Schützen zu den Zielscheiben 90Meter. „Wir können aber nur mit einer Distanz von 70Metern trainieren. Mehr gibt das Gelände nicht her“, sagt Sektionsleiter Wolfgang Spittang.
An dieser Stelle trainieren die Bogenschützen noch nicht all zu lange. Sie wechselten dort hin, als der Hartplatz im vergangenen Jahr verlegt wurde. Insgesamt haben sie nach Aussagen von Wolfgang Spittang in ihrer 50-jährigen Geschichte schon „mindestens zehn Umzüge“ hinter sich. „In den drei Jahren, wo ich schieße, haben sich die Bedingungen deutlich verschlechtert“, konstatiert Karl Dominick. Der Kirschauer, der in Bautzen ein 140-Mann-Unternehmen führt, das elektronische Geräte repariert, will Abhilfe schaffen. Er möchte privat einen Teil des brach liegenden Geländes zwischen Callenberger Straße, Spreeweg und der Straße Am Schlossberg von der Gemeinde kaufen und an die Schützen verpachten. „Ich würde es dem Verein mindestens fünf Jahre kostenlos zur Verfügung stellen“, betont Karl Dominick, der ebenso wie sein Sohn „begeisterter Bogenschütze“ ist.
Platz bietet mehr Sicherheit
Bei einem Vor-Ort-Termin haben Vereinsvertreter dem Kirschauer Bürgermeister Sven Gabriel (FDP) und einigen Mitgliedern des Gemeinderates ihr Vorhaben vorgestellt. Von dem Gelände soll ein zirka 120 Meter langer Teil im hinteren Bereich gekauft werden. „Die hier lagernden Erdhaufen und das Geröll wollen wir an der Grundstücksgrenze zusammen schieben, so dass ein Schutzwall entsteht“, erklärt Wolfgang Spittang. Dadurch und durch die gesamte Lage würde das Gelände wesentlich mehr Sicherheit bieten als die gegenwärtige Trainingsstätte. Geplant ist, im hinteren Bereich des Areals eine neue Zufahrt zu schaffen. Der vordere Abschnitt an der Callenberger Straße, der nicht gekauft werden soll, wäre somit separat nutzbar.
„Mit diesem Gelände könnten wir die Bedingungen für unseren Sport wesentlich verbessern“, kommentiert der Sektionsleiter. Gegenwärtig gibt es in Kirschau reichlich 20 aktive Bogensportler. Etliche davon nehmen erfolgreich an Wettkämpfen teil.
Sportler gewinnen Nachwuchs
„Wir konnten neun Kinder neu dazu gewinnen“, berichtet Wolfgang Spittang, der froh ist, dass der Verein ein Tief überwunden hat. „Vor vier Jahren drohte der Bogensport in Kirschau wegen Überalterung einzuschlafen“, denkt er zurück. Davon kann keine Rede mehr sein. Einen weiteren Aufschwung versprechen sich die Schützen vom angestrebten Standortwechsel.
Der Bürgermeister steht den Plänen sehr aufgeschlossen gegenüber. „Einerseits können dadurch die Bedingungen für den Verein wesentlich verbessert werden. Andererseits würde das verwilderte Gelände im Ortszentrum eine sinnvolle Nutzung bekommen“, sagt Sven Gabriel. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung will er das Thema auf die Tagesordnung setzen.
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