Kirschau will Kindertagesstätte erweitern

Bei den Körse-Geistern geht es eng zu. Die Kirschauer Kindertagesstätte ist – um die Worte von Bürgermeister Sven Gabriel (FDP) zu gebrauchen – „randvoll“. Einige Mädchen und Jungen werden deshalb schon in der Kindertagesstätte im Ortsteil Rodewitz betreut, obwohl sie in Kirschau wohnen. Und die Kinderzahlen steigen. 2006 wurden 18Geburten registriert, 2007 waren es 19, im vergangenen 22.

Platzprobleme gibt es auch im Hort. „Eine Hortgruppe ist in einem Zimmer im benachbarten Schulgebäude untergebracht“, erklärt Annett Fahland, Sachgebietsleiterin Kindertagesstätten beim Kreisverband Bautzen der Arbeiterwohlfahrt, dem Träger der Einrichtung.

Varianten wurden untersucht

Aus all diesen Gründen ist die Gemeinde schon seit längerem darum bemüht, die Kapazität der Kindertagesstätte zu erweitern. Verschiedene Varianten wurden untersucht; so auch die Einrichtung einer Außenstelle in einem Gebäude am Badweg, wo einst eine Behindertenwerkstatt untergebracht war. „Es hat sich aber heraus gestellt, dass eine Einrichtung mit zwei verschiedenen Betriebsstätten nicht sinnvoll wäre“, sagt Sven Gabriel.

Entschieden hat sich die Gemeinde jetzt für die Erweiterung des bestehenden Kita-Gebäudes. Das bisher ungenutzte Dachgeschoss soll ausgebaut werden, zusätzlich ist ein Anbau geplant. Gerade recht kam den Kirschauern dafür das neue Förderprogramm für energetische Sanierungen, also Arbeiten an Gebäuden, die den Energieverbrauch verringern. Diese Chance will die Gemeinde nutzen. „Wir gehen davon aus, dass wir durch die geplanten Maßnahmen Einsparungen erzielen, so dass die Betriebskosten trotz zusätzlicher Räume insgesamt gleich bleiben“, äußert der Bürgermeister. Den Fördermittelantrag hat er persönlich nach Dresden geschafft und hofft nun, dass er bald genehmigt wird und die Gemeinde für die Baumaßnahme nur einen Eigenanteil von zehn Prozent aufbringen muss.

Schule braucht Zimmer

„Am Dach der Kindertagesstätte hätten wir sowieso was machen müssen. Das war ziemlich desolat. Jetzt gestalten wir es so um, dass dort zusätzliche Räume entstehen“, berichtet der Bürgermeister. Ziel ist es, im Zusammenhang mit der Erweiterung in der Kindertagesstätte „klare Strukturen“ zu schaffen. Das Erdgeschoss soll künftig der Krippe gehören, der mittlere Bereich dem Kindergarten, der obere Bereich dem Hort. Wie Annett Fahland sagt, soll die Hortgruppe aus der Schule wieder ins Kita-Gebäude geholt werden. Zumal die Grundschule ab Sommer das Zimmer für den Unterricht braucht.

Die Gemeinde hat die Pläne mit der Arbeiterwohlfahrt abgestimmt und auch mit der Stadt Wilthen, mit der Kirschau die Vereinigung anstrebt. „Es geht uns nicht nur um eine Ein-Jahres-Lösung, sondern wir wollen die Kapazität der Kita an den mittelfristigen Bedarf anpassen“, betont der Bürgermeister. Der erste Teil der Erweiterung soll dieses Jahr erledigt werden, der zweite 2010. Ob zuerst das Dachgeschoss ausgebaut oder der Anbau errichtet wird, steht derzeit noch nicht fest.

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