FDP-FRAKTION IM SÄCHSISCHEN LANDTAGPRESSEMITTEILUNG
Herbst: Schüler früher für Wirtschaftsthemen begeistern
- Wirtschaftsbildung bereits in Grundschule beginnen / Praktika in der Wirtschaft für alle Lehrer
Dresden/25.05.2008) In Sachsen sind derzeit 90 Schülerfirmen registriert, die seit mehr als drei Jahren arbeiten. Sie verteilen sich zu 63 Prozent auf Mittelschulen, 26 Prozent auf Gymnasien, 9 Prozent auf Berufsschulen und 2 Prozent auf Förderschulen. Die Tätigkeitsfelder liegen zu 60 Prozent im Bereich der Pausenversorgung, zu 33 Prozent im Bereich Computer, Medien, Dienstleistungen, Eventmanagement, zu 5 Prozent im Bereich von Reisebüros und zu 2 Prozent bei der Nachhilfe von und für Schüler.Zudem sehen die Lehrpläne für Sachsens Mittelschulen von der 7. bis 10. Klassenstufe insgesamt 159 Unterrichtsstunden in den Fächern “Wirtschaft – Technik – Soziales / Haushalt” und “Gemeinschaftskunde / Recht” für Themen mit wirtschaftlichem Bezug verpflichtend vor. In den Gymnasien sind dafür von Klassenstufe 10 bis Jahrgangsstufe 12 im Fach Gemeinschaftskunde / Rechtserziehung / Wirtschaft 76 Unterrichtsstunden angesetzt. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf zwei Kleine Anfragen der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag (Drucksachen 4/10987 und 4/10988) hervor.Dazu erklärt Torsten Herbst, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag: “Die Vermittlung von Wirtschaftswissen und Unternehmertum in der Schule hat einen zu geringen Stellenwert, beginnt zu spät und mit viel zu wenig Realitätsbezug. In der Schule muss stärker vermittelt werden, welche Bedeutung Marktwirtschaft und erfolgreiches Unternehmertum für staatlichen und individuellen Wohlstand haben.Deshalb muss Wirtschaftsbildung bereits in den Lehrplänen der Grundschule auftauchen. Mit Projekten wie beispielsweise Schülerfirmen sollen Schüler in allen Schularten praxisnah an das Thema Wirtschaft herangeführt werden. Vor allem im Bereich der Gymnasien fehlt die Anbindung von Lehrinhalten an die Praxis. Nicht nur Mittelschüler, sondern auch Abiturienten sollten wissen, wie die Wirtschaft in der Praxis eines Unternehmens funktioniert. Die Vermittlung von Wirtschaftswissen an Gymnasien ist leider viel zu theoretisch. Aber nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer müssen mit einem besseren Bezug auf Vorgänge in der Wirtschaft weitergebildet werden. Praktika in der Wirtschaft sollten nicht nur für Lehrer im Bereich der Berufsorientierung, sondern für alle Pädagogen selbstverständlich sein. Denn schließlich soll den Schülern auch der Nutzen ihres Lernens in den verschiedenen Fächern für ihre spätere Tätigkeit in einem Unternehmen oder in der Selbständigkeit nähergebracht werden. Hinzu kommt, dass einige Schulbücher ein völlig verzerrtes Bild der sozialen Marktwirtschaft und der Unternehmen zeichnen. Ökonomische Grundsätze werden verdreht, Unternehmer und Marktwirtschaft vordergründig als Gefahr für die Gesellschaft dargestellt. Hier mangelt es an einer realistischen Darstellung der sozialen Marktwirtschaft.”
Die Kleinen Anfragen zum Thema in Internet: http://www.landtag.sachsen.de
HINTERGRUND: Die Publikation “Marktwirtschaft in Schulbüchern” der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: http://www.fnst-freiheit.org
F.d.R.d.A.
Andreas Novak
Pressesprecher
Tel. 0351/493-4740