Ein Faschingsumzug, der nur halb so lang ist wie sonst, dem schmissige Funkengarden, würdevolle Elferräte sowie viele Wagen und Laufgruppen fehlen – dieses traurige Szenario wurde Ende letzten Jahres herauf beschworen. Um die 15 Karnevalclubs aus der Oberlausitz hatten verkündet, diesmal nicht beim bunten Spektakel in Schirgiswalde mit dabei zu sein. Doch jetzt können sowohl Organisatoren als auch Fans des närrischen Marsches aufatmen. „Der Faschingsumzug findet im gewohnten Umfang statt“, kündigt Andreas Thomas an, der als Kulturmanager von Schirgiswalde tätig ist und den Umzug mit organisiert. Anlass des Boykottes war die Verärgerung der Vereine darüber, dass „der Fasching in Schirgiswalde zunehmend kommerzialisiert“ werde. Das Unternehmen „Spreeschloss Schirgiswalde“ hatte geplant, den von ihm organisierten Party-Marathon im Festzelt von vier auf sechs Tage auszudehnen.
Viele Clubs haben zugesagt
Die Vereine, die die Faschingstradition mit enormen ehrenamtlichen Engagement hoch halten, fürchteten um ihre Gäste. Mit der Nichtteilnahme am Umzug brachten sie ihren Unmut darüber zum Ausdruck. Daraufhin sagte das Spreeschloss den am meisten umstrittenen Weiberfasching ab. Die Stadt als Umzugsveranstalter lud alle Karnevalclubs der Umgebung per Brief herzlich nach Schirgiswalde ein. Mit Erfolg. „Um die zehn Clubs haben bisher schon zugesagt, darunter Cunewalde und Bischofswerde“, berichtet Andreas Thomas. Und der Umzugsminister vom Schirgiswalder Faschingsclub (SFC), Bertram Wenke – bekannt als Meier –, sagt: „Wir sind sehr froh, dass die Entscheidung so gefallen ist.“ (more…)