Nicht mal mehr elf Monate sind noch Zeit, bis sich Wilthen und Kirschau zur Stadt Wilthen-Kirschau vereinigen wollen. Zum 1.Januar 2010 soll es passieren. Das betonen der Wilthener Bürgermeister Michael Herfort (CDU) und sein Kirschauer Amtskollege Sven Gabriel (FDP). „Seit den Bürgermeisterwahlen war es um das Thema nach außen hin etwas ruhig geworden“, sagt Herfort. „Aber die gemeinsame Arbeitsgruppe tagte regelmäßig, und wir haben wichtige Schritte eingeleitet, um das Ziel zu erreichen“, ergänzt Gabriel.
Unter anderem wurde der neue Name beantragt. Dieser Tage fand eine gemeinsame Sitzung von Stadtund Gemeinderat statt. Schon vorm Zusammenschluss wollen Wilthen und Kirschau einige Dinge vereinheitlichen. So soll im Laufe dieses Jahres die Arbeit der Bauhöfe zusammen geführt, eine gemeinsame Leitung gebildet werden. „Wir möchten den Winterdienst für die nächste Saison einheitlich planen“, sagt Sven Gabriel.
Voraussichtlich ab Mai sollen das Kirschauer Mitteilungsblatt und der Wilthener Stadtanzeiger zusammen vertrieben werden. „Wir wollen Beide in ein gemeinsames Umschlag-Blatt stecken. Das könnte man dann gleich nutzen, über den aktuellen Stand in Vorbereitung der Vereinigung zu informieren“, erklärt Michael Herfort. – Gegenwärtig planen die Bürgermeister die neue Verwaltungsstruktur und verständigen sich über Investitionen in den nächsten Jahren.
Parallel dazu läuft in beiden Kommunen das Alltagsgeschäft weiter. „Bei allen Entscheidungen denken wir auch an die zukünftige Stadt Wilthen-Kirschau“, unterstreichen Michael Herfort und Sven Gabriel. So hat zum Beispiel Kirschau die geplante Erweiterung seiner Kindertagesstätte mit Wilthen abgestimmt. Einigkeit herrscht darüber, dass beide Grundschulen bestehen bleiben und man gemeinsam um den Erhalt von Mittelschule und Gymnasium in Wilthen kämpft. „Zusammen können wir all die Belastungen, die von außen auf die Kommunen einstürmen, besser schultern als allein“, nennt Michael Herfort den Hauptgrund für die angestrebte Vereinigung.
Land gibt mehr Geld
Zum Beispiel verbessert sich die Finanzausstattung. Orte mit über 7500Einwohnern – Wilthen-Kirschau hätte knapp 8300 – bekommen zehn Prozent mehr Zuweisungen vom Land. „Das macht für uns zusammen rund 300000 Euro im Jahr“, sagt Sven Gabriel. Hinzu kommt eine Einmalzahlung für den freiwilligen Zusammenschluss. Beide Bürgermeister rechnen mit etwa 250000 Euro. Dieses Geld soll in gemeinsame Projekte fließen.
Ob der Zusammenschluss wie geplant erfolgen kann, zeigt sich im März. Da steht die Entscheidung an, wie es mit der Verwaltungsgemeinschaft von Kirschau, Schirgiswalde und Crostau weiter geht. Erst wenn die Zukunft aller Partner klar ist, kann sich Kirschau daraus lösen und mit Wilthen vereinigen.